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Eine Kurzchronik über die Geschichte der Nordhäuser Straßenbahn

 

Letztes Update auf dieser Seite: 04.04.2012; 00:09 Uhr

 

06.09.1879 - Baubeginn einer Pferdebahnstrecke am Altentor, die 14 Tage später bereits den Taschenberg erreicht. Die "Pferdebahn-Gesellschaft" plant Gleisverlegungen bis Ilfeld, geht aber in Konkurs. Die vorgesehene Pferdebahn geht nicht in Betrieb.

15.04.1881 - In Berlin wird die erste elektrische Straßenbahn durch Werner von Siemens vorgestellt. Damit entsteht die Ausgangsbasisfür den Bau von weiteren Straßenbahnstrecken in anderen Städten, so auch für Nordhausen.

1890 - Die Stadtväter von Nordhausen beschäftigen sich erstmalig mit einem elektrischen Straßenbahnprojekt.

30.04.1892 - Genehmigungserteilung durch den Magistrat der Stadt Nordhausen für den Nordhäuser Kaufmann Eduard Gossel mit den Vorarbeiten zum Bau einer elektrischen Straßenbahn in Nordhausen zu beginnen.

1894 - Ablehnung des Straßenbahnprojektes in Nordhausen durch die Stadtverordnetenversammlung.

1895-1897 - Erfahrungsaustausch mit anderen Städten wie Halle oder Dresden, in denen es bereits elektrische Straßenbahnen gibt. Zwischenzeitliche Ablehnung eines Projektentwurfes für eine Gasbahn Nordhausen - Ilfeld.

06.11.1897 - Beschluss der Magistrat - Deputation, die Errichtung der elektrischen Straßenbahn mit der Erbauung einer Zentrale zur elektrischen Licht - und Kraftstromabgabe zu verbinden.

31.10.1898 - Vertragsabschluss mit der Elektrizitäts - AG, vormal Schuckert & Co. Nürnberg, zur Errichtung und dem Betrieb eines Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn in Nordhausen.

23.08.1899 - Genehmigung des Projektes durch den Regierungspräsidenten in Erfurt.

02.09.1899 - Genehmigung des Projektes durch die Provinzielbehörde in Erfurt.

1899 - Projektierung und Baubeginn der Gleisanlagen und des Depots.

03.08.1900 - Nach erstmaliger Stromeinspeisung in das Straßenbahnoberleitungsnetz erfolgte die landespolizeiliche Abnahme der Straßenbahnanlage.

25.08.1900 - Offizielle Inbetriebnahme des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn.

Eröffnung der 1. Linie

Linie Takt Länge befahrener Streckenabschnitt
Weiße Linie 10 - Minuten - Verkehr 2,6 km Bahnhof - Kornmarkt - Wallrothstraße - Geiersberg (Gehege)

 

27.08.1900

Eröffnung der 2. und 3. Linie 

Linie Takt Länge befahrener Streckenabschnitt
Rote Linie 10 - Minuten - Verkehr 2,2 km Bahnhof - Kornmarkt - Barfüßerstraße - Grimmelallee - Bahnhof
Grüne Linie 20 - Minuten - Verkehr 2,3 km Bahnhof - Grimmelallee - Barfüßerstraße - Kornmarkt - Bahnhof

 

 

 

 

 

Beförderte Personen im Jahr:

Jahr Gesamtzahl zum Normaltarif auf Abonnement
1900 ca. 250 000 - -
1903 ca. 500 000 ca. 529 800 ca. 108 500
1912 ca. 750 000 ca. 599 000 ca. 263 000
1919 ca. 1200 000 ca. 600 500 ca. 312 000

 

Gesamtlänge 7,1 km
Fahrzeugbestand 13 Motorwagen mit unverglasten Plattformen
Hersteller der Triebwagen Hannoversche Waggonfabrik
Elektrik Siemens & Halske
Platzangebot 28 Plätze je Triebwagen, davon 16 Sitz - und 12 Stehplätze
Fahrgeschwindigkeit 8 bis 20 km/h
Fahrpreis 15 Pfennig
Kassierung mit Zahlkasten (Geldeinwurf) ohne Schaffner

 

 

 

 

 

 

 

14.05.1901 - Inbetriebnahme des Straßenbahndepots in der Grimmelallee.

1908 - Verhandlungen zur Überführung des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn in den Stadtbesitz. Diese scheitern vorerst am Preis.

1910 - Zunahme des Fremdenverkehrs in Nordhausen, damit Anstieg der Beförderungsleistungen.

ab 1910 - Erstmals Schaffner in den Bahnen eingesetzt.

1914 - 1918 - Durch Ausbruch des 1. Weltkriegs kommen Frauen als Schaffnerinnen zum Einsatz. Da männliches Personal durch Einberufung zum Kriegsdienst fehlt, werden Frauen zu Wagenführerinnen qualifiziert. Die Beförderungszahlen sinken; aufgrund Kohlemangels für die Elektrizitätserzeugung werden Einschränkungen im Straßenbahnbetrieb wirksam.

1918 - Die Novemberrevolution bringt Veränderungen. Nun doch - Vorbereitungen zur Überführung des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn in städtischen Besitz.

05.03.1919 - Vorübergehende Stillegung (2 Monate) der Straßenbahn aus wirtschaftlichen Gründen.

Juni 1919 - Streik der Straßenbahnfahrer für Lohnerhöhungen.

01.04.1920 - Nach Einigung über den Kaufpreis gehen das Elektrizitätswerk und die Straßenbahn in den Besitz der Stadt über;   Kaufpreis: 3 250 000 Mark.

nach 1918 - Die Straßenbahn leidet an den Folgen des Krieges. Wirtschaftliche Auswirkungen mit Einführung des 8 - Stunden - Tages und Anstieg der Löhne und Rohstoffpreise führen u. a. zum Währungsverfall.

1922 - 1924 - Die Inflationsjahre beeinflussen die Rentabilität. Immer wiederkehrende Gedanke zur Stillegung oder zum Verkauf der Straßenbahn werden vom Magistrat der Stadt abgewendet.

29.02.1922 - Es kommt dennoch zur Stillegung der Straßenbahnlinie des Abschnittes Barfüßerstraße/Altentor.

1923 - Höhepunkt der Inflation; Fahrpreiserhöhung bis 150 Milliarden Mark.

ab 1923 - Zunahme des Straßenverkehrs durch private Automobile.

1924/1925 - Gleiserneuerungen vom Bahnhof bis Neustadtstraße und vom Kornmarkt bis Alleestraße (heute Wilhelm - Nebelung - Straße).

1925 - Nach Erweiterungen des Elektrizitätswerkes stehen für die Speisung der Straßenbahn zwei leistungsstarke Quecksilberdampfgleichrichter und weitere Reserven zur Verfügung.

1925 - 1930 - Erste Omnibusbetriebe in Nordhausen.

ab 1926 - Rückgang der Beförderungszahlen durch einsetzende Arbeitslosigkeit.

1927 - Einstellung der Strecke Wallrothstraße/Geiersberg bis zur Wilhelm - Nebelung - Straße aus verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Gründen.

02.09.1927 - 1000 - Jahr - Feier der Stadt Nordhausen, als Ereignis fährt die Straßenbahn durch das provisorisch errichtete Stadttor in der Bahnhofsstraße.

1928 - 1932 - Verglasung der offenen Straßenbahnplattformen und technische Überholung der Wagen.

Tw 7; 1929; nach Verglasung der offenen Plattformen; Bild von Georg Conradi

 

 

1930 - 1932 - Die Weltwirtschaftskrise beeinflusst den Straßenbahnbetrieb; Unsicherheiten und Fragen zur Zukunft der Straßenbahn bestimmen die Diskussionen unter den Menschen.

1931 - 1932 - Trotz der Weltweiten Wirtschaftskrise werden Gleisanlgen in der Grimmelallee umgebaut, die Straßenbahn erhält teilweise einen eigenen Bahnhkörper.

1933 - Kostenintensiver Umbau des veralteten Oberleitung - Rollensystems auf Stromabnehmer - Bügelbetrieb, Lyrabügel als Stromabnehmer.

1933 - 1934 - Industrialisierung im Zeichen der militärischen Aufrüstung, dadurch Anstieg der Beförderungszahlen.

08.07.1934 - Inbetriebnahme des neuen, bereits zweigleisigen Streckenabschnittes zwischen der Stolbergerstraße/Ecke Alleestraße und dem Pfingstweg (Friedrich - Naumann - Straße) mit einem Höhenunterschied von 34 m auf 700 m Länge.

1934 - 8 neue Straßenbahntriebwagen mit Scherenstromabnehmern, stärkeren Motoren, moderner Bremsanlage, besserer Federung und größerem Platzangebot des Wismarer Waggonbaues kommen zum Einsatz. Der heutige historische Triebwagen 23 ist einer von diesen Wagen. Anstatt zwischenzeitlichen Zahlkastensystems werden wieder Schaffner eingesetzt.

1938 - Eine Straßenbahnfahrt kostet mit dem Mehrfahrtenticket 12,5 Pennig (8 Fahrten = 1,00 Mark)

1939 - Im Jahr des Ausbruches des 2. Weltkrieges werden 1,5 Millionen Fahrgäste befördert.

1944 - Während der Kriegswirtschaft steigen die Beförderungsleistungen bis auf 4,2 Millionen Fahrgäste im Jahr.

03./04.04.1945 - Verheerende Bombenangriffe auf die Stadt und die Flur Nordhausen. Neben den tausenden Menschen und zivilen Einrichtungen fielen Stromanlagen, Oberleitungen, Wagenpark und Gleisanlagen der Straßenbahn der westtallierten Bombenangriffen zum Opfer. Nur 900 m Gleisnetz blieben unversehrt.

06.04.1945 - Mit den Aufräumungsarbeiten im Elektrizitätswerk und der Straßenbahn wird sofort begonnen. "Die Straßenbahn unter Trümmern".

Mai 1945 - Betroffene Menschen prägen die Stimmung in Nordhausen; niemand glaubt an die Wiederinbetriebnahme der Nordhäuser Straßenbahn.

September 1945 - Die Stromversorgung wird provisorisch gesichert. Es wird fleißig und mühselig gearbeitet, um Straßenbahnwagen fahrbereit zu machen, Fahrdrähte zu installieren und Gleisanlagen zu reparieren. Schuttberge und Bombentrichter erschweren die Arbeit.

02.09.1945 - Feierliche Inbetriebnahme der Straßenbahn. Auf der Linie Altentor - Bahnhof rollen an diesem Festtag die ersten zwei Straßenbahnwagen, danach zunächst ein Pendelverkehr im 15 - Minuten - Takt.

10.10.1945 - Beginn eines Omnibuslinienverkehrs als Schienenersatz und Notverkehr, bis die Straßenbahn ihr Streckennetz wieder vollständig befahren kann.

 

Schrittweise Wiederinbetriebnahne des Streckennetzes der Straßenbahn:

17.01.1946 Arnoldstraße - Rautenstraße
01.04.1946 Arnoldstraße - vor Ausweiche Kornmarkt
18.04.1946 Arnoldstraße - vor Ausweiche Kornmarkt (Südteil)
03.06.1946 Das gesamte Streckennetz ist - teilweise noch über Provisorien - befahrbar. Die Bahn verkehrt bis zum Pfingstweg (heutige Friedrich - Naumann - Straße). Die Busse übernehmen den Vorortverkehr.
01.09.1946 Einbau einer Ausweiche in der Grimmelallee. Dadurch ist die Aufnahme des 10 - Minuten - Verkehrs möglich.
15.12.1946 Das gesamte Gleisnetz ist nunmehr befahrbar - der Wiederaufbau von 8 Triebwagen (2 x Totalschaden; 6 x mit starker Beschädigung) ist abgeschlossen.

1945 - 1949 - Die Nachkriegsjahre sind durch permanent auftretende Schwierigkeiten bei der Straßenbahnbetriebsführung, wie Gleichrichterausfälle, Schienenrisse, Gleisverwerfungen, Schwellenabsenkungen usw. geprägt.

1948 - Sehr großer Zuwachs an Fahrgästen; 6,4 Mio. Fahrgäste werden in diesem Jahr befördert.

01.04.1949 - Übernahme der städtischen Werke in das gegründete Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt (KWU). Die Verkehrsbetriebe sind selbstständiger Betrieb innerhalb des KWU.

07.10.1949 - Nach der Proklamation der DDR werden die Betriebe in Nordhausen, sowie im gesamten Osten Deutschlands schrittweise verstaatlicht.

Januar 1950 - Unterbrechung der Gleisverbindung zum Depot aufgrund von Reparaturarbeiten an der Zorgebrücke.

25.08.1950 - "50 Jahre Nordhäuser Straßenbahn"; Die Nordhäuser Straßenbahn wird 50 Jahre alt.

1951 - Auflösung des Kommunalwirtschaftsunternehmens und Bildung des VEB Verkehrsbetriebe Nordhausen; Trennung des Verkehrsbetriebes vom Elektrizitätswerk.
Anschaffung des ersten Neubau - Triebwagens vom Typ ET50 (Triebwagen Nr. 30; LOWA). Der Fahrer erhält erstmalig eine abgeschlossene Kabine.

 

 

 

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