Testbahn TWINO

Testbahn TWINO

 

Letztes Update auf dieser Seite: 04.03.2012 (01:19 Uhr)

 

 

Bis auf die Lackierung sieht der GT4 Tw 72 äußerlich aus wie ein normaler GT4. Das dieses Fahrzeug etwas besonderes ist, fiel dann auf, wenn man es mit abgezogenem Stromabnehmer fahren sah. Ein Modul, dass aus einem 5-Zylinder Turbo-Diesel von VW, einem Synchrongenerator und einer Leistungselektronik bestand, konnte die Elektromotoren des GT4 aus dem Jahre 1960 auch ohne Oberleitung mit Strom versorgen.
Die Leistung eines solchen Aggregats reichte für den normalen Betrieb noch nicht aus. Erst seit 2004 wurde die Überlandstrecke nach Ilfeld eröffnet. Dennoch war dieser Hybrid - Antrieb der erste seiner Art weltweit. 2004 wurde diese Testbahn an die Firma IGENO (ehem. IMG) abgegeben, welche den Wagen 1999 auch mit umgebaut hatten. Er sollte seitdem als Ausstellungsstück bzw. Denkmal dienen, wurde aber leider nicht gepflegt, weshalb der Wagen heute so aussieht. In den Anfangsjahren konnte man ihn noch gut von der Zeppelinbrücke aussehen, aber mittlerweile ist er von anderen alten Loks so stark zugestellt, dass man ihn von der Brücke aus kaum noch erkennen kann. Es wird wohl nicht mehr viele Jahre dauern, bis dieser besondere GT4 durch den Rost völlig zerfallen ist.

 

Technische Details des Stromerzeugungsaggregates:

 

Typ: IMG UKA (Ultrakompaktmotor)

maximale elektrische Leistung: 100 kW (bei 4000 Umdrehungen/Minute)

Nennspannung: 600 - 750 V DC

Abgasemission: MVEG II; PKW

Motor: 5 Zylinder Turbo - Diesel (VW)

Leistung: 111 kW

Hubraum: 2481 cm³

minimaler Kraftstoffverbrauch: 203 g/kWh auf 100 km

Motormasse: ca. 199 kg

Generator: Synchron; Masse ca. 85 kg

Leistungselektronik: Flüssigskeitskühlung; Masse ca. 24 kg

 

 

Bilder:

Im Jahr 2001 war Tw 72 noch als Testbahn hin und wieder für Testfahrten auf HSB - Gleisen unterwegs, hier steht er jedoch im Betriebshof.
Bild von Steffen Ludwig

Rechts, neben dem TWINO, sieht man den ZR GT4 Tw 93 (Baujahr 1966; 1994 ex Freiburg 93; 2008 verschrottet).
Bild von Steffen Ludwig

 

Trotz dessen, dass er noch manchmal für Testfahrten unterwegs war, war bereits damals sein Zustand nicht mehr der beste, wie man an den kleinen Roststellen erkennbar ist. Wahrscheinlich hatte er seine wichtigsten Fahrten schon hinter sich gebracht und wurde nun nicht mehr so häufig gebraucht und fing so langsam an, überflüssig zu werden, schließlich hatte man bereits offensichtlich die wichtigsten Testergebnisse.
Bild von Steffen Ludwig

 

 

Die für den Testbetrieb veränderte Scharfenbergkupplung ist gut zu sehen.

An der Front blieb die normale Scharfenbergkupplung der GT4 erhalten.

 

Die Zielanzeige zeigt SONDERFAHRT an. Als der Wagen noch zu Testfahrten im Einsatz war, hatte er meistens die Zielaufschrift TESTBAHN.

Der Innenraum hat sich kaum verändert, der Innenraum ist der gleiche, wie bei den anderen unmodernisierten Nordhäuser GT4.

link Aufschrift: Tür schließt selbstständig, wenn Trittbrett frei ist.
rechte Aufschrift: Wenn gelbe Lampe blinkt, zurückbleiben.
Diese Aufschrift an den Türen hatten alle unmodernisierten GT4 in Nordhausen. Die modernisierten GT4 (Tw 78 - 81) haben nur die linke Aufschrift.

Vorderer Ausstieg; bei den unmodernisierten GT4 durfte man noch vorne aussteigen, bei den modernisierten wird durch eine Aufschrift an der Tür darauf hingewiesen, die hinteren Türen zum Ausstieg zu verwenden. Die vordere Tür sollte nur dem Einstieg dienen. In den Anfangsjahren wurde sich auch daran gehalten, aber in den letzten Jahren wurde dieser Hinweis nicht mehr wahrgenommen, obwohl er immer noch sehr gut lesbar ist.

Am Führerstand wurden auch kleinere Änderungen vorgenommen, es wurde unter anderem ein Notschalter eingebaut. Auf diesem Bild nicht zu erkennen.

Der einzigste Unterschied im Fahrgastraum ist der große Motorkasten direkt hinter dem Führerstand. An der Stelle des Motorkastens ist bei einem "normalen" GT4 eine Sitzbank (bei unmodernisierten) bzw. eine Doppelsitzgruppe für jeweils zwei Personen.

 

Der TWINO steht an einem weißen Wasserturm zwischen vielen anderen verrosteten Dieselloks in direkter Nähe zum Hauptbahnhof bzw. des Betriebswerkes und Bahnhofes Nordhausen Nord der HSB.

 

 

 

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